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JONAH Pressefoto01 Fotocredit Bastian Kempf

P.O. Box live

Zwei Freunde, eine Story. Musik wie eine Umarmung, wie Ertrinken und gleichzeitig gerettet werden. Auf jeden Fall ein Trip. Reisebeschränkungen gelten woanders – hier nicht.

Man hätte es vielleicht ahnen können: Der Song „All We Are“ hat Angelo Mammone und Christian Steenken zu Klickmillionären gemacht. Aber letztlich kam es dann doch für alle überraschend. Eine Mobilfunk-Kampagne fand sich unterlegt mit diesem Stück des Duos – und so blitzte ihre Musik kurz quasi weltweit in der Wahrnehmung auf. Doch sie rauschte nicht einfach durch wie ein gefälliges Posting im eigenen Newsfeed. Nein, „All We Are“ weckte an unzähligen Ecken der Welt ein Bedürfnis, diesen Klängen nachzuspüren. Wie um Himmels Willen heißt bitte die Band zu diesem berührenden Indie-Popsong? JONAH. Einfach nur JONAH.

Ok, die Mobilfunk-Kampagne war irgendwann durch, doch die Aufmerksamkeit für das Berliner Duo blieb bestehen, wuchs immer weiter. JONAH, das ist kein Commercial-Hype für eine Nacht – im Gegenteil!

2016 schreiben beide den Soundtrack und Titelsong “Deep Deep Blue” zum Kinofilm „Nirgendwo“ von Regisseur Matthias Starte. Ein Jahr später folgt das vielbeachtete Debüt „Wicked Fever“ und sie betouren ganz Deutschland. Zu den prominenten Fans des Duos zählt Matthias Schweighöfer, der ihren Song “All We Are” auf den Filmsoundtrack seines Kinofilms “Vielmachglas” nahm und das Duo kurzerhand einlud, ihn auf seiner Deutschlandtour 2018 zu begleiten.

Nun erscheint der Nachfolger. Ein episches wie pointiertes Projekt, das ganz selbstverständlich über den deutschsprachigen Raum hinausragen wird – und das letztes Jahr in L.A. seinen Anfang nahm:

Manchmal fehlen Dir nur fünf Minuten. Fünf Minuten früher und das Gate am Flughafen wäre noch offen gewesen. Du hättest die Reise nach Hause angetreten. Willkommen zurück. Business as usual. Angelo Mammone und Christian Steenken haben diesen Moment verpasst. Und damit auch den Flug. Wegen Stau in L.A., wegen fünf Minuten. Sie nehmen es als Zeichen. Fünf Minuten Ewigkeit.
Daraus folgt ein gestrandeter Monat in Kalifornien. Bis das Geld ausgeht.

Berührend, episch, unfassbar sehnsuchtsbeladen, entsteht in jener Zeit eine Reihe von neuen Songideen. Man hört, wie “lost” die beiden waren – und wie sie sich darauf eingelassen haben. JONAH sind den Mulholland Drive runtergefahren. Das Leben als David-Lynch-Film. Wer hat nicht schon mal davon geträumt? Dream Pop.

Doch wo ist die Tracklist, wie lautet der Plattentitel? Hier ist die überraschend non-lineare Story eines selbstbewussten Projekts in Pop, das ganz nebenbei die Gewissheiten der Albumproduktion aus den Angeln hebt. Ein Album aufnehmen und dann rausbringen? Angelo Mammone und Christian Steenken haben bei ihrer zweiten Platte einfach keine Lust mehr, ihren fragilen Indie Dreampop in das unverrückbare Ritual und seine immanente Verzögerungstaktik hineinzugeben. Warum soll man mit einem Album erst rausgehen können, wenn das eigentliche Songwriting Jahre zurück liegt? Wie viel Unmittelbarkeit geht damit verloren, wie viel Distanz baut dieser Prozess für Musiker und Hörer zum letztlichen Werk auf?

JONAH nehmen stattdessen ihre neue Platte quasi coram publico auf. Aus einem Pool an Songideen ziehen sie immer den in diesem Augenblick drängendsten hervor, produzieren ihn aus und veröffentlichen ihn direkt auch als Single. So wächst das Album Stück für Stück und es ergibt sich eine Collage an Momentaufnahmen, die eben nicht nur den hermetischen Zeitpunkt eines Studiobesuchs widerspiegelt. Mit „Husk My Love“, „Ocean Wide“, „Fallin`“ und „Running Away“ sind bereits vier Stücke erschienen, die beweisen, wie produktiv diese Idee klingt – und wie sie auch visuell durch die von Angelo produzierten Videos noch mal eine weitere Ebene erhält.

Das hier ist weit mehr als ein schnödes Track-by-Track-Recording, es ist viel mehr die einmalige Sichtbarmachung eines künstlerischen Prozesses, dessen Ergebnis heute noch nicht feststeht. Der Hörer kann ihn mitbeschreiten, oder in diesem Jahr immer wieder über einzelne Songs stolpern. Am Ende steht in jedem Fall ein ganz besonderes Album – das JONAH in zwei Teilen - den Part I (2022) und den Part II (2023) und dann auch noch gesammelt veröffentlichen werden. Näher dran war man nie.

Text: Linus Volkmann
Fotos: Bastian Kempf


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